Um das Servieren von Wein muss kein Aufhebens gemacht werden. Es kostet nicht viel Zeit und macht keine Mühe. Flasche entkorken, den Wein in die passenden Gläser schenken und genießen.

Aber Wein soll die Sinne erfreuen und so macht es doch Sinn die Auswahl des Weines, das Öffnen der Flasche und das richtige Servieren etwas zu zelebrieren.

Sollte es sich um einen älteren Rotwein handeln der nicht scharf gefiltert ist, muss die Flasche mindestens einen Tag vor dem Öffnen aufrecht hingestellt werden, damit sich das Depot am Boden absetzen kann.

Sehr wichtig ist die richtige Serviertemperatur:

  • Weißweine: 8 - 12 °C
  • Rotweine: 14 - 18°C
  • Schaumweine: 6 - 10°C


Das sollen nur grobe Anhaltswerte sein, denn jede Rebsorte verhält sich anders. Die richtige Temperatur ist der Weinbeschreibung zu entnehmen oder man fragt seinen Weinhändler des Vertrauens.

Zum Entkorken hat sich das Kellnermesser bewährt. Dieses hat in der Regel auch gleich ein kleines Messer integriert um die Kapsel unterhalb des Flaschenhalses abzuschneiden. Sollte der Korken mal zu fest sitzen, kann es helfen den Flaschenhals mit einem in kochendem Wasser getauchtes Tuch zu erwärmen.

Das Lüften durch Entkorken der Flaschen ein paar Stunden vor dem Servieren bringt eigentlich gar nichts, da die geringe Oberfläche im Flaschenhals den Wein nicht ausreichend beatmen kann.

Das Dekantieren macht Sinn, wenn der Wein ein deutliches Depot (Bodensatz) hat und man dieses vom Wein trennen möchte. Über das Dekantieren zum Belüften streiten sich die Gelehrten. Wissenschaftlich Erkenntnisse sprechen aber eher dagegen, damit von den vielfältigen Reaktionen des Weins an der Luft nicht zu viel verloren geht. Meine Erfahrung zeigt, dass gerade bei sehr jungen, kräftigen und tanninreichen Weinen ein dekantieren von einer bis zu sechs Stunden sinnvoll ist und den Wein dadurch früher zugänglich macht.

Die richtigen Gläser sind (neben dem Wein) die wichtigste Investition. Nur in den richtigen und zum Wein passenden Gläsern kann sich Wein wirklich entfalten. Zu Recht durchgesetzt haben sich tulpenförmige, dünnwandige Kelche mit einem langen Stiel. Durch den nach oben leicht verjüngenden Kelch entfalten sich die Aromen optimal. Gläser für Chardonnay und Chianti oder Bordeaux sind für die meisten Weine geeignet. Wer Burgunder liebt sollte nicht auf ein besonders großes Ballonglas verzichten. Der bekannteste österreichische Glasproduzent bietet für fast jede Traube das passende Glas. Doch wer möchte schon 20 verschiedene Gläser im Schrank haben.

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